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Rund um den Darm

Warum Sie die Einnahme von Probiotika erwägen sollten, wie Sie die richtigen auswählen und wie Sie wissen, ob sie wirklich funktionieren.

In der Naturheilkunde steht die Darmflora bereits seit vielen Jahren im Mittelpunkt, und nun wird ihre Bedeutung auch von der Schulmedizin erkannt. Die Verfechter der Probiotika zielen auf ein besseres Verständnis der Mikrobiome im menschlichen Körper ab.

Probiotika sind Nahrungs- ergänzungsmittel oder Lebensmittelprodukte, die gesunde Bakterienstämme enthalten, die im Darm angesiedelt werden sollen (sodass sie dort leben und gedeihen und mit den Darmfunktionen interagieren).

Unser Darm beherbergt eine enorme Vielfalt an Mikroorganismen, die eine große Rolle bei den internen Körperfunktionen spielen, von der Aufnahme von Nährstoffen über die Immunfunktionen bis hin zu den Hirnfunktionen!

Die Vorteile von Probiotika sind durch evidenzbasierte Forschung belegt. Probiotika treten ganz natürlich im Körper auf, doch häufig benötigen sie gezielte Förderung. Sie sind Teil der Darmflora. Über den Darm hinaus tragen sie zur Abwehr krankheitserregender Bakterien bei und fördern die Harnwegs- und die vaginale Gesundheit.1,2 Gerade bei der Bekämpfung von bakterieller Vaginose und wiederkehrenden Harnwegsinfekten hat sich der Einsatz von Probiotika bewährt. Obwohl der zugrundeliegende Mechanismus bislang noch ungeklärt ist, tragen Probiotika nachweislich zur Allergiereduzierung bei.3 Inzwischen mehren sich auch Anzeichen dafür, dass die Darmflora positive Auswirkungen auf Hauterkrankungen wie Akne sowie auf Hautbeschwerden durch übermäßige Sonneneinwirkung oder beschleunigte Hautalterung hat.4

Die Verbindung zwischen Darmflora und Gehirnfunktion wird nun gezielt erforscht. Man nimmt an, dass die Mikroflora im Darmtrakt zur Gesundheit des Nervensystems beiträgt und somit Auswirkungen auf das Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen, die Lernfähigkeit sowie die Bewältigung von Ängsten, Depressionen und Stress hat.

Unter bestimmten Umständen sollten auf jeden Fall probiotische Nahrungsergänzungsmittel genommen werden. Probiotika können zur Wiederherstellung der natürlichen Bakterien beitragen, die durch Antibiotika vernichtet werden. Beginnen Sie unmittelbar nach Abschluss der Behandlung mit Antibiotika mit der Einnahme von Probiotika – aber nicht früher, da die Antibiotika die mit dem Nahrungsergänzungsmittel zugeführten guten Bakterien sofort vernichten könnten.

Nehmen Sie vor und während Auslandsreisen Probiotika ein, um durch Lebensmittel übertragene Krankheiten besser abwehren zu können.

Auch wenn Sie im eigenen Land eine Lebensmittelvergiftung erleiden sollten, können Probiotika dazu beitragen, den guten Bakterien die Überhand über die krankheitserregenden Bakterien zu geben. Abgesehen von Reisenden könnten Probiotika auch Menschen mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts helfen. Probiotika können bei unangenehmen Erscheinungen wie Blähungen oder Durchfall ebenso wirkungsvoll sein wie bei schwerwiegenderen Beeinträchtigungen wie entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Crohn oder bakterielle Infektionen wie E. coli and H. pylori.

Allerdings sind Probiotika nicht alle gleich. Viele Probiotikastämme können nicht einmal unsere Magensäure überstehen (also den ersten Schritt der Verdauung nach dem Schlucken)!

Wenn gesunde Bakterien die Darmflora gar nicht erst erreichen, können sie sie natürlich auch nicht stärken. Wie wissen Sie, ob Sie die richtigen Probiotika nehmen?

Es gibt zwar viele Arten mit probiotischen Eigenschaften, doch die meisten Probiotika gehören einer von zwei Gattungen an: Lactobacillus oder Bifidobacterium. Innerhalb dieser Gattungen gibt es dann verschiedene Arten, z. B. Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium Bifidus. Die Nomenklatur umfasst darüber hinaus auch den Stamm, z. B. Lactobacillus acidophilus DDS-1. Die Stammangabe fehlt bei vielen Nahrungsergänzungsmitteln, doch sie ist wichtig, da die einzelnen Stämme unterschiedlichen Zwecken dienen.

Als Faustregel gilt: Wählen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel aus, das mindestens sieben verschiedene Stämme und mindestens 5 Milliarden koloniebildende Einheiten (KbE) enthält. Beachten Sie auch, dass nur lebende Probiotika nützlich sind, denn nur lebende Organismen können sich im Darm ansiedeln und Kolonien bilden. Viele Nahrungsergänzungsmittel werden mit Lebendmikroben hergestellt. Oft gibt es jedoch keine Garantie, dass sie auch zum Zeitpunkt der Einnahme noch leben. Überprüfen Sie, ob das Nahrungsergänzungsmittel im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Besonders wichtig: Kaufen Sie Nahrungsergänzungsmittel stets bei einem Hersteller, der höchste Qualitätsmaßstäbe einhält.


1 Cribby, Sarah, et al. “Vaginal Microbiota and the Use of Probiotics.” Interdisciplinary Perspectives on Infectious Diseases, Hindawi Publishing Corporation, Mar. 2008, www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2662373/.
2 Falagas, M E, et al. “Probiotics for Prevention of Recurrent Urinary Tract Infections in Women: A Review of the Evidence from Microbiological and Clinical Studies.” Drugs, U.S. National Library of Medicine, 2006, www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16827601.
3 Yang, Gui, et al. “Treatment of Allergic Rhinitis with Probiotics: An Alternative Approach.” North American Journal of Medical Sciences, Medknow Publications & Media Pvt. Ltd., Aug. 2013, www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3784923/.
4 Kober, Mary-Margaret, and Whitney Bowe. “The Effect of Probiotics on Immune Regulation, Acne, and Photoaging.” International Journal of Women’s Dermatology, Elsevier, 20 May 2015, www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352647515000155.

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