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Bewusstsein & Befinden

Gesichtsyoga

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Entspannung durch Selbstfürsorge

Wut, Trauer oder Freude – unsere Emotionen sind uns manchmal buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Nicht nur deshalb sind die Muskeln in unserem Gesicht rund um die Uhr in Bewegung, wodurch sie im Laufe der Jahre schlaff werden können. Mit Gesichtsyoga bzw. Face Yoga können die Gesichtsmuskeln entspannt und zugleich gestärkt werden. Außerdem kann Gesichtsyoga generell einen gewissen natürlichen Anti-Aging-Effekt besitzen.1 Finden Sie heraus, was Yoga fürs Gesicht bewirken kann und wie Sie die Übungen effektiv ausführen.

Was kann Yoga für das Gesicht bewirken?

Bewegung der Gesichtsmuskeln in Verbindung mit einer Gesichtsmassage kann einen Beitrag dazu leisten, die verschiedenen Schichten der Haut zu stimulieren. Die Epidermis ist die oberste Schicht, die Sie sehen und fühlen können, die Dermis liegt direkt unter dieser exponierten Schicht und die Hypodermis ist die untere Schicht der Haut, die Fett- und Schweißdrüsen enthält. Daher wird Gesichtsyoga neben einem positiven Effekt auf unser Wohlbefinden auch mit einer besseren Durchblutung und Straffung der Haut in Verbindung gebracht.

Die unter der Haut liegende Fett- und Muskelmasse nimmt im Laufe der Zeit ab und kann zur vermehrten Faltenbildung und hängenden Gesichtsmuskeln führen. Durch das Training der Muskeln kann die Muskelmasse im Gesicht erhöht werden, sodass Falten wiederum geglättet werden können. So kann sich durch Gesichtsyoga beispielsweise die Zornesfalte auf der Stirn oder die Nasolabialfalte, die Falte zwischen Nase und Mund, glätten lassen.

Gesichtsyoga zur Entspannung

Yoga soll nicht nur Körper und Geist in Einklang bringen. Mit Gesichtsyoga geben Sie auch Ihrem Gesicht eine Pause von alltäglicher Anspannung der Gesichtszüge. Die Gesichtsgymnastik besteht nicht nur aus schlichten Muskelübungen, sondern dient – wie andere Yoga-Arten auch – der Selbsterkenntnis, Reflexion und einer Art der Meditation. Nehmen Sie sich täglich wenige Minuten für die Entspannung und Selbstfürsorge. Denn Zeit „für sich“ kann die psychische Gesundheit fördern und Arbeitsstress abbauen.

Selbstfürsorge: Richtige Umgebung schaffen und Haut pflegen

Um für die richtige Entspannung zu sorgen, ist das passende Umfeld entscheidend. Schaffen Sie sich eine ruhige und angenehme Umgebung, die frei von Ablenkungen ist. Setzen Sie auf entspannte Musik oder konzentrieren Sie sich nur auf Ihre Atmung. Stellen Sie Ihr Handy lautlos. Atmen Sie vor Beginn der Gesichtsyoga-Übungen tief durch, um den Entspannungsprozess einzuleiten. Mit Hilfe Ihrer individuellen Wohlfühlatmosphäre schalten Sie vom stressigen Alltag ab und sorgen zudem für Entspannung in Ihrem Gesicht.

Gesichtsyoga zur Entspannung des Nackens

Durch langes Arbeiten am Computer oder Tablet wird nicht nur das Gehirn, sondern auch der Nacken angestrengt.2 Auch durch das nach unten gebeugte aufs Smartphone Schauen können Nackenschmerzen entstehen.3 Da die Nackenmuskulatur eng mit den Gesichtsmuskeln in Verbindung steht, kann Gesichtsyoga hier gegen Verspannung eingesetzt werden und somit zum Wohlbefinden beitragen.

Gesichtsyoga und Anti-Aging

Zum natürlichen Prozess des Lebens gehört auch die Alterung der Haut. Mit steigendem Alter verliert unsere Haut zunehmend an Elastizität. Gesichtsyoga kann Ihnen einen natürlichen Anti-Aging-Effekt bieten, der Sie und Ihre Haut strahlen lässt und neben einer guten Hautpflege-Routine dem natürlichen Alterungsprozess entgegenwirken kann.1

Kritiker bemängeln in erster Linie, dass Gesichtsyoga Angst vor dem Altern schürt. Doch muss das Auftreten von Falten keine Auswirkung des Alterungsprozesses sein. Im Alltag kneifen wir oft die Augen zusammen oder runzeln die Stirn. Dabei kann die häufige Anspannung der jeweiligen Gesichtspartie zur vermehrten Bildung von Falten führen, zum Beispiel bei der sogenannten Zornesfalte zwischen den Augen oder Falten auf der Stirn. Durch Lösung der Anspannung im Gesicht und gezielten Übungen kann Gesichtsyoga die Blutzirkulation und den Sauerstofftransport anregen und somit in jedem Alter zu einem glatteren Hautbild beitragen.

Gesichtsyoga gegen Schlupflider

Unter Schlupflidern werden Erschlaffungen oder Schwellungen im Bereich über den Augen verstanden. Mit Gesichtsyoga können Schlupflider gemindert werden, indem der Stirnmuskel gestärkt wird und die Augenbrauen dadurch wesentlich angehoben werden.

Die Haut rund um Mund und Hals straffen

Ziel der Gesichtsyoga-Übungen gegen hängende Mundwinkel ist die Festigung des Gewebes im Gesicht. Eine verbesserte Durchblutung rund um die Lippen kann dabei helfen, die Muskeln zu straffen und Fetteinlagerungen zu reduzieren.

Gesichtsyoga kann auch der Straffung der Haut am Hals dienen und wird daher auch eingesetzt, um die Erscheinung eines Doppelkinns zu reduzieren.

Wissenschaftlich bestätigt: Gesichtsyoga lässt die Haut jünger aussehen

In einer Studie aus dem Jahr 2018 wird der hautstraffende Effekt von Gesichtsyoga bzw. Face Yoga bestätigt.1 Amerikanische Forscher untersuchten die Wirkung eines 30-minütigen Gesichtsmuskeltrainings, das zunächst täglich und dann drei Mal die Woche in einem gesamten Zeitraum von 20 Wochen durchgeführt wurde.

Die Übungen beinhalten das Training unterschiedlicher Gesichtsmuskeln und den Einsatz von Fingermassagen. Beispielsweise sollten die Teilnehmerinnen den Mund öffnen, die Oberlippe über die Zähne schieben und lächeln, sodass sich die Wangen nach oben ziehen. Mit den Fingern wird Druck auf den oberen Wangenbereich ausgeübt. Die Wangen werden nun mehrmals nach unten und wieder nach oben bewegt. Auf diese Weise kann eine deutliche Zunahme der Fülle in den Wangen erreicht werden.

Es wurde nachgewiesen, dass das durch Yoga entstehende Muskelwachstum die Haut sichtbar glättet und einem Fettverlust entgegenwirkt. Ein angenehmer Nebeneffekt der Studie ist, dass die Probandinnen nach dem Testzeitraum durchschnittlich um drei Jahre jünger geschätzt wurden.

Gesichtsyoga praktizieren

Sie möchten Gesichtsyoga ausprobieren, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Kein Problem, wir haben Ihnen einige Tipps zusammengetragen, die den Einstieg in das Gesichtsyoga erleichtern – egal, ob Sie an einem Kurs teilnehmen oder die Übungen zuhause ausprobieren.

  • Optimale Umgebung und Position finden
  • Als Anfänger die Übungen vor einem Spiegel ausüben
  • Haare zusammenbinden, um die Gesichtsgymnastik nicht zu stören
  • Hände waschen, da die Finger das Gesicht berühren
  • Trockene Haut vermeiden
  • Foto machen für einen Vorher-Nachher-Vergleich

Gesichtsyoga-Kurse

Wenn Sie auf der Suche nach professionell geführten Kursen in Ihrer Nähe sind, werden Sie schnell fündig. In den letzten Jahren haben sich eine Vielzahl von Trainern auf Gesichtsyoga spezialisiert. In den Kursen lernen Sie, wie Sie die Übungen richtig ausführen und können sich neues Wissen über Ihre Haut und Ihr Gesicht aneignen. Dabei können Sie zwischen Online-Kursen oder Kursen vor Ort auswählen.

Yoga für das Gesicht mit Übungen in den Alltag integrieren

Gesichtsyoga lässt sich perfekt in jede Alltagssituation integrieren. Egal, ob direkt nach dem Aufwachen, in einer Arbeitspause oder gemütlich auf dem Sofa – die Übungen können jederzeit durchgeführt werden und benötigen keine ausgiebige Vorbereitung. Mit nur ein paar Minuten am Tag können Sie Ihre eigene Routine entwickeln. Damit sich ein nachhaltiger Effekt einstellen kann, hilft es, die Übungen regelmäßig durchzuführen.

Wir haben einige Übungen zusammengestellt, mit denen Sie Gesichtsyoga ganz einfach von Zuhause praktizieren können. Die ausgewählten Übungen sprechen verschiedene Gesichtspartien an. Vielleicht hilft unsere Anleitung für das Gesichtsyoga Ihnen ja, für Entspannung und zugleich für eine bessere Stimmung und gesteigertes Wohlbefinden zu sorgen.

Übung 1: Durchblutung anregen

Ziel dieser Übung ist, die Durchblutung im gesamten Gesicht anzuregen:

  • Augen so fest wie möglich zusammendrücken
  • Gleichzeitig den Mundwinkel nach außen ziehen und breit grinsen
  • Position für zwei Minuten halten
  • Danach alle Gesichtsmuskeln entspannen und herabhängen lassen
  • Gesamten Vorgang 3-4 Mal wiederholen

Übung 2: Doppelkinn wegtrainieren

Mit dieser Übung können Sie die Muskulatur der unteren Gesichtspartie stärken und die Haut straffen:

  • Mund schließen und entspannt durch die Nase atmen
  • Kopf nach links drehen und leicht nach oben neigen
  • Nun die Lippen zu einem Kuss spitzen, sodass die Haut am Hals leicht zieht
  • Übung für 10 Sekunden halten und anschließend auf der anderen Seite durchführen
  • Die Übung auf jeder Seite 5 Mal wiederholen
  • Anschließend Kopf geradeaus richten und mit den Daumen gegen das Kinn drücken
  • Gleichzeitig den Kiefer gegen den Widerstand nach unten ziehen
  • 10 Sekunden halten und 5 Mal wiederholen

Übung 3: Nasolabialfalten reduzieren

Diese Gesichtsyoga Übung kann dabei helfen, die Falte zwischen Nase und Mund zu mindern:

  • Mund schließen und tief durch die Nase einatmen
  • Wangen aufblähen und Luft für 5 Sekunden in den Wangen halten
  • Die Luft wird nun nacheinander für jeweils 5 Sekunden in die rechte und linke Wange als auch in die Unter- und Oberlippe gedrückt
  • Ausatmen und Gesicht entspannen

Übung 4: Gesicht entspannen

Bei dieser Übung steht die Entspannung der gesamten Gesichtsmuskeln im Vordergrund:

  • Mund und Augen leicht öffnen, sodass die Muskeln entspannt sind
  • Gesicht geradeaus richten und einen Punkt auf Augenhöhe fixieren
  • Entspannt auf diesen Punkt blicken und nur auf die Atmung konzentrieren
  • Position für 3-5 Minuten halten

Mit Gesichtsyoga rundum wohlfühlen

Gesichtsyoga kann nicht nur für einen Wohlfühleffekt, sondern gleichzeitig auch für einen Anti-Aging-Effekt sorgen. Ob zur Entspannung oder Stärkung der Gesichtsmuskeln oder um von einem natürlichen Anti-Aging-Effekt zu profitieren – finden Sie mit unseren Gesichtsyoga Übungen eine Routine, die in Ihren Alltag passt. Wer beim Gesichtsyoga gerne in andere strahlende Gesichter schaut, kann sich auch nach einem Kurs in der Nähe erkundigen.

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5885810/ [] [] []
  2. https://www.health.harvard.edu/pain/prevent-pain-from-computer-use []
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4305549/ []