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Bewusstsein & Befinden

Was bedeutet „chemisches Ungleichgewicht“, und kann die Ernährung Abhilfe schaffen?

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Alle Funktionen, Botschaften und Impulse unseres Körpers werden vom Hirn aus gesteuert. Was passiert also, wenn das Hirn nicht ausreichend mit bestimmten Nährstoffen versorgt wird oder nicht den „Kraftstoff“ erhält, den es für eine optimale Funktionsweise braucht? Dieser Zustand wird als chemisches Ungleichgewicht bezeichnet: Die Neurotransmitter – die Botenstoffe des Hirns – befinden sich nicht in einem ausgewogenen Verhältnis.1

Wie kommt es zu einem chemischen Ungleichgewicht?

Das chemische Ungleichgewicht kann jeden treffen und ist nichts, wofür man sich schämen müsste! Studien zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen einem chemischen Ungleichgewicht und bestimmten psychischen Beeinträchtigungen wie Depressionen und Angststörungen.2 Alles, was sich auf bestimmte Neurotransmitter auswirkt, z. B. ein Mangel an Bewegung oder bestimmten Nährstoffen in der Ernährung, kann ein Ungleichgewicht verursachen. 

Wie können Sie für ausgewogene Neurotransmitter sorgen?

Bei einem ausgewogenen Verhältnis der Neurotransmitter funktioniert das Dopamin-Belohnungssystem im Gehirn. Dopamin löst positive Emotionen und Glücksgefühle aus. Bei der Dopaminausschüttung erkennt das Hirn, wodurch sie ausgelöst wurde. Dies bewegt uns dazu, die betreffende Aktion zu wiederholen, um das angenehme Gefühl erneut zu erleben. Das Gute daran: Sie können die Dopaminausschüttung durch bestimmte Aktionen selbst auslösen – und je mehr Sie sich diese zur Gewohnheit machen, desto leichter fallen sie Ihnen.

Treiben Sie regelmäßig Sport. Wenn Ihr Dopaminspiegel niedrig ist, ist Ihnen wahrscheinlich nicht nach Bewegung – aber sie könnte Ihnen helfen. Untersuchungen3 haben gezeigt, dass schon ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft nachhaltige Auswirkungen auf Ihre Stimmung haben kann, weil die Chemikalien und Neurotransmitter im Hirn ins Gleichgewicht gebracht werden.

Lernen Sie, „Nein“ zu sagen. Zu viele Aufgaben können Stress und Panik verursachen. Wenn Sie sich angesichts der Aufgaben, die man Ihnen zuteilen will, überwältigt fühlen, halten Sie kurz inne und sagen Sie einfach „Nein“. Sie müssen sich nicht mehr aufhalsen, als Sie bewältigen können. Und Sie werden feststellen, dass Sie sich viel ausgeglichener fühlen, wenn Sie das Prinzip des „Nein“-Sagens konsequent anwenden.

Genießen Sie Ihre Auszeiten. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten? Sind Sie am glücklichsten, wenn Sie mit dem Hund spazieren gehen? Malen oder zeichnen Sie gerne? Kochen Sie, um sich zu entspannen, oder fühlen Sie sich am besten, wenn Sie einfach nur Zeit mit der Familie und Ihren Freunden verbringen? Ganz gleich, wie die Antwort lautet: Nehmen Sie sich genug Zeit für Ihre Lieblingsaktivitäten.

Kann die Ernährung Abhilfe bei einem chemischen Ungleichgewicht schaffen?

Unsere Gewohnheiten wirken sich zweifellos auf unseren Dopaminspiegel und somit auch auf unsere allgemeine Stimmung aus. Einer der Hauptgründe für ein chemisches Ungleichgewicht ist jedoch unsere Ernährung. Nahrungsmittel können die Stimmung enorm beeinflussen, und es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen einem chemischen Ungleichgewicht und der Ernährung.

Dopamin und Serotonin

Sowohl Dopamin als auch Serotonin – beides Glückshormone, die die Stimmung, den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden verbessern – kommen in bestimmten Nahrungsmitteln vor. Obstsorten wie Bananen, Kochbananen und Avocados enthalten beispielsweise einen hohen Anteil an Dopamin. Das Gleiche gilt für die Blätter und Bohnen der Juckbohne. Ein geringerer Anteil von Dopamin ist in Zitrusfrüchten, Äpfeln, Tomaten, Spinat, Erbsen und Bohnen zu finden. Manche Nahrungsmittel sind reich an Serotonin, darunter solche mit hohem Folatgehalt wie Broccoli, dunkelgrünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Rote Bete, Zitrusfrüchte und Eier sowie ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkorngetreide und Hafer, Gemüse und Birnen.

Glutamat und GABA

Glutamat wird vom Körper in Gammaaminobuttersäure (GABA) umgewandelt, die nachweislich das Nervensystem reguliert. Niedrige Werte dieses Botenstoffs stehen im Zusammenhang mit Depressionen und Angststörungen.4 Glutamat findet sich in Meeresfrüchten, Fischsaucen, fermentierten Bohnen, Miso, Algen, Soja, Pilzen und Spinat. Zu den direkten Quellen von GABA gehören bestimmte Gemüsesorten wie Tomaten, Spinat, Pilze, Kartoffeln und Süßkartoffeln, Vollkorngetreide wie Hafer, Weizen, Gerste, Reis und Buchweizen sowie Kastanien. Darüber hinaus gibt es Nahrungsquellen, die GABA zwar nicht enthalten, aber dessen Produktion anregen können. Beispiele hierfür sind probiotische Nahrungsmittel wie Joghurt und Kefir sowie auch grüner Tee.

Was bedeutet all dies für Ihre Ernährung?

Wenn Sie lernen, auf Ihren Körper zu achten, werden Sie merken, welche Auswirkungen bestimmte Nahrungsmittel auf Sie haben. Beobachten Sie nicht nur, wie Sie sich direkt nach dem Essen fühlen, sondern auch am nächsten Tag. Sind Sie energiegeladen, glücklich und gelassen oder eher beklommen und nervös? Falls Sie nicht genau abschätzen können, welche Nahrungsmittel sich positiv auf Sie auswirken oder nicht, könnten Sie ein paar Wochen lang „clean“ essen (keine verarbeiteten Lebensmittel oder raffinierten Zucker) und prüfen, wie Sie sich danach fühlen. Es kann gut sein, dass Sie merken, was Ihrem Körper gut tut und was nicht, wenn Sie nach dieser Phase allmählich wieder andere Nahrungsmittel in Ihre Ernährung einführen.

  1. https://www.brainforestcenters.com/resources/chemical-imbalance-really-affect-brains []
  2. https://www.medicalnewstoday.com/articles/326475#what-conditions-are-linked-to-chemical-imbalances []
  3. https://jnm.snmjournals.org/content/jnumed/41/8/1352.full.pdf []
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17127302/ []