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Antibiotikaresistenz

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Antibiotikaresistenz stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt dar und zähle daher zu den Prioritäten der Weltgesundheitsorganisation.

Die hohe Verfügbarkeit von Antibiotika zur Verhinderung und Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Menschen und Tieren sowie deren unsachgemäße Anwendung haben dazu geführt, dass bestimmte Bakterien nun resistent gegen genau die Medikamente sind, die normalerweise zu ihrer Bekämpfung eingesetzt werden. Dies ist Evolution in Aktion: Resistente Bakterien überleben und vererben ihre Fähigkeit, Antibiotika standzuhalten.

Es sind also die Mikroorganismen, die gegen ein Antibiotikum resistent sind, nicht jedoch der Mensch oder das Tier, in dem sie leben. Im Gegensatz zu anderen Medikamenten büßen Antibiotika umso mehr Wirksamkeit ein, je öfter sie eingesetzt werden.

Das ist ein weltweites Problem. In den USA werden rund zwei Millionen Menschen mit antibiotikaresistenten Bakterienstämmen infiziert, und in der Europäischen Union werden die Kosten der Antibiotikaresistenz auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. 

Können Antibiotika den guten Bakterien im Körper schaden?

Gleich vorab: Nicht alle Bakterien sind schädlich. Manche Bakterien bilden im Körper symbiotische Beziehungen. So spielen die als Probiotika bezeichneten Bakterien beispielsweise eine wichtige Rolle für die gesunden Körperfunktionen.

Im menschlichen Verdauungssystem kann es mehrere Hundert Arten von „guten“ Bakterien geben, die sich insgesamt auf bis zu 100 Billionen Organismen belaufen. Gute Bakterien bekämpfen nicht nur „schlechte“ Bakterien, sondern tragen auch zur Verdauung bei, zersetzen komplexe Lebensmittel, halten die Darmgesundheit aufrecht, beugen Infektionen und Entzündungen vor und fördern das gesunde Immunsystem.

Forschungsergebnisse haben jedoch gezeigt, dass Antibiotika genau die entgegengesetzte der beabsichtigten Wirkung haben können. Studien ergeben, dass bestimmte Antibiotika die Darmflora beeinträchtigen1 und die guten Bakterien abtöten können. Das hat gleich zwei Folgen: Es macht den Körper anfälliger für weitere Infektionen oder verschlimmert die akute Infektion.2

Der ungezügelte Missbrauch von Antibiotika erhöht die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung resistenter Bakterien und somit die Gefahr, dass Infektionen in Zukunft weitaus schwieriger zu bekämpfen sind.

Wie eine gesunde Ernährung zur Verringerung der Antibiotikaresistenz beitragen kann

Die Gesundheit der Darmflora, also eines Ökosystems aus guten Bakterien, das für viele Körperfunktionen unerlässlich ist, wird stark durch die Ernährung beeinflusst.

Eine kürzlich durchgeführte Studie3 ergab, dass die Ernährung einen direkten Einfluss auf die Vielfalt antibiotikaresistenter Gene hat. Die Studie kam zu dem Schluss, dass die gezielte Ernährung maßgeblich zur Bekämpfung der Bedrohung durch Antibiotikaresistenz beitragen könnte.

Auch Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Probiotika könnten eine wichtige Rolle spielen. Diese guten Bakterien finden sich beispielsweise in Joghurt, gereiftem Käse und Miso. Auch weiteren Lebensmitteln werden inzwischen aktive Probiotika zugesetzt, um Gesundheitsvorteile zu erzielen.

Lebensmittel wie Bananen, Knoblauch und Apfelessig gelten als „präbiotisch“,4 weil sie die für die Versorgung der guten Bakterien erforderlichen Ballaststoffe bereitstellen.

Wir stehen erst am Anfang der Forschung zu den Vorteilen und Risiken von Probiotika, doch eine aktuelle Studie ergab, dass Kinder, die ein tägliches probiotisches Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, um 29 % seltener Antibiotika verschrieben bekommen.

Wenn dieses Ergebnis in weiteren Studien bestätigt wird, könnten Probiotika und Anpassungen der Ernährung eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Anwendung von Antibiotika und somit der Antibiotikaresistenz spielen.

  1. NCBI: Disruption of the Gut Ecosystem by Antibiotics []
  2. Science Daily: Antibiotics destroy good bacteria and worsen oral infection []
  3. Gut Microbiota For Health: Diet could help fight the problem of antibiotic resistance []
  4. Healthline: The 19 best prebiotic foods you should eat []